KoKreative Transformation

Entwicklung einer themen- und kulturübergreifenden Transformationsmethode

Wir brauchen eine komplette Transformation der menschlichen Gesellschaft auf all ihren Ebenen und in allen ihren Dimensionen. Um diese gewaltige Herausforderung zu meistern, wurde die Methode der KoKreativen Transformation entwickelt. Der wesentliche Bestandteil der Methode ist das  Modell der KoKreativen Transformation. Es besteht aus 8 Hauptfeldern und 8 KoKreationsfeldern. Letztere sind die Schnittstellen zwischen den Hauptfeldern (siehe Abbildung 1). Die Hauptfelder sind bereits existierende Felder, für die es Entsprechungen im Bereich menschlicher Potenziale gibt. Das sorgt einerseits dafür, dass die Interessenten – passend zu ihren Potenzialen– ihre individuellen Stellen in den komplexen Strukturen der Transformation leichter finden können. Andererseits trägt jeder dadurch sein Bestes (was ihm am besten liegt) bei, um die Transformation zu befördern.
Berufung

Abbildung 1: Das Transformationsmodell mit den nummerierten Feldern

1.Das Ist-Feld

Es beschäftigt sich mit dem aktuellen Stand des zu transformierenden Gesellschaftsbereich und erklärt Menschen darüber auf. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zum menschlichen Potenzial des „Einschätzungsvermögens“.

Ein Beispiel: Julian Assange, Geheimoperationen (WikiLeaks)

2.Das Soll-Feld

Hier befassen wir uns mit den vorhandenen Vorstellungen, Kriterien und Visionen einer gewünschten Zukunft. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zum menschlichen Potenzial der „Entscheidungsstärke“.
Ein Beispiel: Charles Eisenstein, Interbeing

Zwischen Ist- und Soll-Feld entsteht ein Spannungsfeld mit zwei Linien. Beide führen zum selben Ziel und entspringen demselben Ausgangspunkt. Diese beiden „Wege“ unterscheiden sich in ihren Polaritäten. Der erste Weg setzt sich mit dem auseinander, was wir nicht wollen; der zweite schaut auf das, was wir beibehalten wollen und wo wir uns hinbewegen möchten. Jeder Weg besteht aus sieben Schritten, sieben Feldern. Beide Wege werden gleichzeitig von verschiedenen Gruppen begangen. Unsere Beschreibung beginnt mit dem ersten Weg, und zwar mit der Untersuchung der destruktiven Aspekte des Ist-Zustandes.

3. Das destruktive Feld

Hier werden die schädlichen, unerwünschten und negativen Aspekte des Ist-Zustandes gesammelt.

4. Das Ereignisfeld des Bewusstseins

Hier reflektieren wir das äußere Geschehen mit einem Blick nach innen. Wir wollen herausfinden, welche Ängste, unterdrückte Persönlichkeitsanteile, Wünsche, Bedürfnisse und Qualitäten etc. hinter dem stecken, was uns nicht gefällt oder was uns quält. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zum menschlichen Potenzial der „Selbsterkenntnis“.

Ein Beispiel: Jiddu Krishnamurti, Austritt aus der Theosophischen Gesellschaft

5.Das Kausalfeld

Hier möchten wir herausfinden, welche Ursachen und Wirkungen die Destruktivität in der Welt hat. Mögliche Ursachen können z. B. Traumen und Glaubenssätze sein.


6.Das heilende Feld

An dieser Stelle bemühen wir uns, die Funde im Feld 5 (Kausalfeld) zu transformieren, um die Ursachen der Destruktivität in der Welt zu aufzulösen oder umzuschreiben. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zum menschlichen Potenzial der „Gefühlsstärke“.
Ein Beispiel: Sandra Weber, THEKI


7.Das schützende Feld

Das Feld beschäftigt sich mit der Frage, wie wir uns vor den Funden in Feld 3 (Destruktives Feld) schützen können, solange diese fortbestehen und wir sie nicht im heilenden Feld transformiert können.


8.Das Konfrontationsfeld

Hier erforschen wir die Möglichkeiten eines gesunden Umgangs mit den destruktiven, von uns nicht transformierbaren Aspekten der bestehenden Systeme, sodass wir deren Einflüssen nicht mehr machtlos ausgesetzt sind oder sie nicht noch mit unserer Kraft verstärken. Vielmehr wollen wir uns von den Wirkungen dieser Aspekte befreien und sie sogar schwächen. Dieses Feld steht in direkter Verbindung zu menschlichen „Konfliktfähigkeit“.
Ein Beispiel: Mahatma Gandhi, Unabhängigkeitsbewegung Indien


9.Das Revisionsfeld

In diesem Feld wird Resümee gezogen, inwieweit wir die Konflikte gelöst und die Ursachen des Übels geheilt haben. Dann können wir das Ergebnis mit der Realität und den Zukunftsvisionen vergleichen, um herauszufinden, was im Umgang mit Destruktivität noch zu tun wäre. Damit wollen wir immer mehr in unsere Kraft kommen, um die Welt durch unser Sein und Handeln so zu verändern, wie wir sie gerne hätten.

Die beschriebenen Felder von 3 bis 9 stellten die eine Linie dar, den einen Bogen (der sich mit dem auseinandersetzt, was wir nicht wollen). Nun gehen wir auf den anderen Bogen ein, den Weg, bei dem es darum geht, alternative Systeme zu erschaffen und aufzubauen, die uns in Richtung der Zukunftsvisionen vorwärtsbringen.

10.Das konstruktive Feld

In diesem Feld sammeln wir die nützlichen, gewünschten und positive Aspekte des Ist-Zustandes.


11.Das kreative Feld

Hier nutzen wir die Gabe der Kreativität, um aus den Daten im Feld 2 (Soll-Feld), 3 (Destruktives Feld) und 10 (Konstruktives Feld)) ganzheitliche Konzepte als Alternative zu bestehenden Systemen zu entwickeln. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zum menschlichen Potenzial der „Kreativität“.

Ein Beispiel: Vivian Dittmar, Echter Wohlstand


12.Das Design-Feld

Das Feld bringt (durch Konzipierung und Strukturierung) die Ergebnisse des Feldes 11 so in Form, dass sie als Alternativen verstanden und aufgegriffen werden können.


13.Das Feld der Optionen

Dieses Feld sammelt die Alternative zu bestehenden Systemen und stellt sie für die Umsetzung zur Verfügung. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zur menschlichen „Lernfähigkeit“.

Ein Beispiel: David Halmgren, Permakultur


14.Das Planungsfeld

In diesem Feld werden Pläne erarbeitet, die festlegen, wie die gewählten Alternativen in die Praxis umgesetzt werden können.


15.Das Manifestationsfeld

Das Feld befasst sich mit der Umsetzung der erarbeiteten Pläne. Es besteht aus drei Phasen:  Verwirklichung, Konsolidierung und Integratives Wachstum. Dieses Feld steht in einer direkten Verbindung zum menschlichen Potenzial der „Strategischen Begabung“.

Ein Beispiel: GEN International, Global Ecovillage Network


16.Das Prüfungsfeld

An dieser Stelle wird überprüft, inwieweit haben wir uns durch die realisierten Projekte der Zukunftsvision angenähert. Dadurch kann festgelegt werden, was auf diesem Weg noch zu tun ist.

Angemessener Umgang mit den 16 Feldern Der Umgang mit den 16 Feldern der Reihe nach ist auf gesellschaftlicher Ebene relevanter als auf der individuellen Ebene, aber keineswegs zwingend. Je besser mensch die Funktion der Felder verstanden hat, desto freier kann das Spiel mit ihnen erfolgen.

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